Über meine Lieder PDF Drucken E-Mail

Prinzipiell ist es leider so, dass ich nicht in der Lage bin, ernsthafte dichterische Arbeit zu betreiben, wie es ein Hannes Wader stellenweise tut, und worin Konstantin Wecker, vor allem aber Reinhard Mey wahre Meister sind: Er schafft es ganz besonders, Stimmungen, Situationen, Gedanken, Gefühle, was weiß ich, so einzufangen und in wenige Worte zu fassen, dass ein Bild daraus wird, dass einen in seinem tiefsten inneren berührt.
Diese Gabe habe ich leider nicht!

Ich bezeichne es immer als „Lieder kotzen“.

Es sind auch oft keine konkreten, für Dritte greifbare Themen, die ich in meinen Liedern aufgreife, sondern Stimmungen, die sicherlich mit Menschen in meiner Umgebung, meinem politischen Bewusstsein und Dingen, die um mich herum passieren zu tun haben, sich aber in den Worten, die ich wähle derart verdichten, dass es nur noch sehr wenigen Menschen, oft denen, die mich sehr gut kennen, gelingt, die Texte noch zu dechiffrieren.
Es gibt Missgünstler, die das als Makel bezeichnen…
Mich selbst, stört es eher weniger! Das Erbrechen eines neuen Liedes baut mich immer sehr auf, befreit irgendwie…

SODOM UND GOMORRHA
lag wochenlang auf meinem (ehemaligen) Wohnzimmertisch, bis ich irgendwann sonntags morgens, nachdem ich mich mit diversen Hilfsmitteln (es war u.a. Alkohol, ausländische Zigaretten und Geschlechtsverkehr im Spiel) in einen erwähnenswerten durch meine verhornten Augen betrachtet durchaus erwähnenswerten Zustand versetzt hatte, passte der Text irgendwie zu der Am – Variationen – Laune, die mich sonntags morgens öfters befällt…
Den Refrain habe ich einem feucht-fröhlich-abendlichem Besuch vom „großen Frank mit der kleinen Möhre zu verdanken“, die mich recht wacker durch die Höhen und Tiefen der Melodieführung dirigiert haben… Falls die Gema mich irgendwann einmal für diesen Song belohnen sollte, werde ich an euch denken, Freunde… Ganz bestimmt………..

ICH BIN SO FROH, NICHT DU ZU SEIN
entstand an einem abend, an dem ich bei einem Musik – quiz verloren habe… Sowas geht mir an die Ehre, vertrag ich halt einfach nicht.
Ob der Song nicht wirklich ein bisschen zu übertrieben sein könnte, wie manche zartbesaiteten Seelen behaupten?? Wahrscheinlich schon…

OHNE KAPITÄN
hatte ich eigentlich schon wieder von der Liste der Lieder gestrichen hatte, die ich regelmässig spiele, da es an eine Zeit in meinem Leben geknüpft war, an die zu denken mich noch vor nicht allzu langer Zeit recht wehmütig gestimmt hatte. Jedoch kam mir, nicht nur, weil sich mein Leben mal wieder für den Kopfstand entschieden hat, die wohl wertvolle Erkenntnis, dass jede Zeit, nicht nur in meinem eigenen Leben ihre Berechtigung darin findet, dass ich mich damals so entschieden habe, wie ich mich entschieden habe. Da ich damals ein anderer Mensch war, als heute, wäre es vermessen zu glauben, man hätte irgendetwas anders gemacht!!!
Dennoch ist der Wert dieser Zeit angesichts dessen, was ich derzeit erlebe mittlerweile darauf beschränkt, dass sie mich u.a. zu dem gemacht hat, was ich heute bin ; wäre ein gewisser Stolz darauf vermessen…?!?!?!?

KEIN ARGUMENT
und NEU–JAHR sind Lieder, wie einer der beiden Titel vermuten lässt, um die Jahreswende 07/08 entstanden sind. Wie ich, nicht nur zu dieser Zeit selbst schon des öfteren erwähnt habe, ging es mir nicht besonders gut, was sich in den Liedern unschwer erkennen lässt; beide sind klassische Beispiele für Songs, die auf einmal da waren, ohne dass ich mir jemals vorgenommen hätte, ein neues Lied zu schreiben; auch ein Beispiel dafür, wie sich der Sinn dessen, was mich bewegt in nahezu avantgardistischen Zeilen verdichtet… Authentischer lassen sich meine Gefühle zu einer bestimmten Zeit in meinem Leben wohl kaum abbilden…

SEIN KANN ist die logische Konsequenz aus der Änderung meiner Lebensumstände im Frühjahr 2009 (..."eine neue Liebe ist wie ein neues Leben...") und das erste Stück, das ich tatsächlich mit dem was ich vielleicht "dichterischen Elan" nennen würde, geschrieben; also lange überdacht und bewusst in Form gebracht, habe. Es ging mir darum, auszudrücken, was ich so alles sein kann, wenn es nötig ist; daher der Titel!! ;-) Wenn ich auch zu keinem meiner Lieder ein schlechtes Verhältnis habe, so bin ich doch auf dieses ganz besonders stolz!

DENKST DU NOCH MANCHMAL AN MICH behandelt einen Gedanken, der mich immer mal wieder beschäftigt; dann, wenn ich über alte Freunde nachdenke, die in meinem Leben mal eine große Rolle gespielt haben, dann aber auch mit der Zeit wieder immer weiter in die Ferne gerückt sind; manchmal, weil sie in einer andere Gegend gezogen sind, manchmal aber auch nur, weil die Schnittpunkte in den Lebenslinien mit der Zeit immer weniger geworden sind. Das ist völlig normal; ich halte Menschen, die sich darüber ärgern oder eingeschnappt sind, immer für sehr merkwürdig; ich frage mich dann; ob es nicht vielleicht sogar eine missverstandene Freundschaft gewesen ist: Am liebsten sind mir, und wie sich gezeigt hat, auch am wichtigsten, die Menschen, mit denen man sich auch nach Jahren noch gut unterhalten kann, wenn die Wege sich mal wieder kreuzen, die dann aber auch ohne Streit wieder für eine Weile verschwinden, wenn man verschiedene Wege gehen muss und will... Dennoch denke ich oft an die vielen Menschen die mir und denen ich mal so nahe und wichtig war, was sie so tun, wer sie wohl heute sind.. und dann frage ich mich, ob es ihnen wohl genauso geht; in welchen Gedanken ich wohl noch so auftauche; ob wohl auch manchmal irgendwo bei einem Kneipenabend oder einem Abend mit Menschen, die mich nicht kennen, Geschichten erzählt werden, in denen ich auftauche; davon handelt der Text

EIN LIED VOM VERSAGEN habe ich, wie mir merkwürdigerweise eben erst aufgefallen ist, bisher bei den Beschreibungen meiner Lieder unterschlagen; das ist insofern ziemlich komisch, als dass dieses Lied das erste war, was ich geschrieben habe, seit ich mich vom Musizieren mit einer Band verabschiedet habe und alleine mit meiner Gitarre Musik mache. Geschrieben ist auch im Prinzip verkehrt; vielmehr habe ich es vertont: Bei dem Text handelt es sich um ein Gedicht, dass ich für den Deutsch - Unterricht am Gymnasium geschrieben und Jahre später wieder entdeckt und für immer noch gut befunden habe; auch wenn ich den Text heute so nicht mehr schreiben würde, war der Text für eine bestimmte Zeit authentisch und hat dadurch seine Berechtigung in meinem Repertoire!